Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on

Council of Europe

Die Euro­päi­sche Kon­ven­ti­on zum Schutz der Men­schen­rech­te und Grund­frei­hei­ten (Con­ven­ti­on for the Pro­tec­tion of Human Rights and Fun­da­men­tal Free­doms) ist der ers­te Ver­trag, der vom Euro­pa­rat am 4. Novem­ber 1950 ver­ab­schie­det wor­den ist. Die­se Kon­ven­ti­on kann nur von Mit­glie­dern des Euro­pa­ra­tes unter­zeich­net wer­den (geschlos­se­ne Kon­ven­ti­on). Mit Unter­zeich­nung des 10 Mit­glieds­staa­tes ist die Kon­ven­ti­on am 3. Sep­tem­ber 1953 in Kraft getre­ten. Es gehört mitt­ler­wei­le zum “guten Ton”, dass jeder Staat, der dem Euro­pa­rat ange­hö­ren möch­te, die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on rati­fi­ziert. Folg­lich ist sie von allen 47 Staa­ten (Stand 24. 07.2013) aner­kannt und inner­staat­lich umge­setzt wor­den. Die Kon­ven­ti­on ist ein völ­ker­recht­li­cher Ver­trag der bin­den ist und – im Ver­gleich zu der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te der Ver­ein­ten Natio­nen – kei­ne blo­ße Absichts­er­klä­rung.

In der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on sind eine Anzahl von Grund­rech­ten und Men­schen­rech­ten ent­hal­ten. Die völ­ker­recht­lich bin­den­de Wir­kung üben dabei nur die eng­li­sche und fran­zö­si­sche Ver­si­on der Kon­ven­ti­on aus. Für die Aus­le­gung der Bestim­mun­gen und deren Durch­set­zung ist der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te zustän­dig.

For­mal ist die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on in drei Abschnit­te unter­teilt, die sich auf 59 Arti­kel auf­glie­dern:

  • Abschnitt I, Arti­kel 2 bis 18: Rech­te und Frei­hei­ten
  • Abschnitt II, Arti­kel 19 bis 51: Euro­päi­scher Gerichts­hof für Men­schen­rech­te
  • Abschnitt III, Arti­kel 52 bis 59: Ver­schie­de­ne Bestim­mun­gen

Diver­se Ände­run­gen und Ergän­zun­gen der Kon­ven­ti­on sind im Lau­fe der Jah­re durch eine Rei­he von Pro­to­kol­len durch­ge­führt wor­den. Von fünf­zehn Pro­to­kol­len betra­fen neun ver­fah­rens­recht­li­che Bestim­mun­gen. Durch die Pro­to­kol­le 1, 4, 6, 7, 12 und 13 sind jeweils neue Grund­rech­te ein­ge­führt wor­den.

Die Grund- und Men­schen­rech­te der Euro­päi­schen Mem­schen­rechts­kon­ven­ti­on sind nach Art 6 Abs 3 EU-Ver­trag zwar schon Teil des Uni­ons­rechts, aber die Euro­päi­sche Uni­on ist der Kon­ven­ti­on noch nicht bei­getre­ten, obwohl mit dem Inkraft­tre­ten des 14. Pro­to­kolls am 1. Juni 2010 die Vor­aus­set­zun­gen zum Bei­tritt erfüllt sind.

Bild­quel­len:

  • Coun­cil of Euro­pe: Coun­cil of Euro­pe /​ Can­di­ce Imbert

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